jochen sachse über INI
- wird es INI auch "live"?
- was ist geplant?
- ein paar worte zu "licht"
- wie kam stefany camée dazu?
- wie ging es weiter?
- wie fing das ganze an?
wird es INI "live" geben?
vorerst gab es dazu keine konkreten pläne, erst mit der eher überraschenden teilnahme an der vorausscheidung und dem finale des 26. deutschen rock & pop preises, der alljährlich von der deutschen pop stiftung vergeben wird machte ich mir gedanken über eine live-umsetzung der musik von INI. obwohl die facettenreichen songs von "licht" ursprünglich zu einem großteil im studio und unter einbeziehung der endlosen möglichkeiten des computers entstanden sind, strebe ich seither zunehmend und unaufhörlich die einbindung echter instrumente und musiker an.

was ist geplant?
dem ersten album "licht" sollen zwei weitere folgen. diese drei gehören zusammen und bilden dann ein ganzes. das zweite wird "gespenst" heißen. hierfür sind einige songs schon eingespielt, so dass ich hoffe, es ende 2008 veröffentlichen zu können.
am dritten album, das bisher nur den vorläufigen namen "leben" trägt, haben wir auch schon ein wenig gearbeitet, aber stand dezember 07 stehen da nicht mehr als die umrisse und ein lied.
wenn alles optimal läuft, sollte das ganze triple-konzept dann ende 2010 abgeschlossen sein.
soweit die planung. mal gespannt, was wirklich passiert.
ein paar worte zu "licht"
"bey einer opera muß schlechterdings die poesie der musick gehorsame tochter sein" hat mozart gesagt - wer wollte da widersprechen. dennoch ist es mir ernst mit dem, was bei "licht" gesungen wird.
"licht" erzählt von der suche nach glauben und dem finden einer religion, die durch ihr streben nach macht und geld versagt.
es geht mir nicht darum, eine bestimmte religion herauszupicken und zu kritisieren, sondern zu zeigen, wie das bedürfnis, durch glauben einen halt zu finden, seit jahrtausenden einen lukrativen markt darstellt, der von profis kontrolliert wird.
jedes konzept-album braucht ein thema. dass ich mich für glauben und religion entschieden habe, ist eher zufall. beim nächsten album "gespenst" wird es um zwischenmenschliches gehen.
wie kam stefany camée dazu?
als ich dann zwei, drei songs fertig hatte, landete stefany camées bewerbung bei mir. sie war auf der suche nach studiojobs und hatte auch eine band, die interesse an aufnahmen bei uns hatte. ihre ausdruckstarke und flexible stimme beeindruckte mich, so dass ich ihr die playbacks meiner gerade produzierten songs mit der frage schickte, ob sie es sich vorstellen könnte, die sachen einzusingen. was sie dann ein paar wochen später in hervorragender weise tat.

motiviert duch die angenehme zusammenarbeit und das ansprechende ergebnis, intensivierte ich mein zeitaufkommen, um in absehbarer zeit die erste cd fertigzustellen.
da meine eigentliche arbeit im studio nicht weniger wurde, nutzte ich ab sofort den größten teil meiner freizeit, um mit laptop und gitarre songs zu schreiben, an arrangements zu feilen und erstellte aufnahmen zu editieren. unter der woche war es so möglich, vor und nach der arbeit zwei bis vier stunden täglich bereitzustellen. nur am wochenende und im urlaub hatte ich mehr zeit, um das ganze voran zu bringen. diese strategie der kleinen schritte brachte mich zwar langsam, aber stetig immer weiter.
unser studio nutzte ich in der regel nur für die aufnahmen von stef gesang und natürlich für die ganzen mischungen, da hierfür eine bestmögliche akustik und technik von großem vorteil ist.
der name "INI", im übrigen inspiriert von den .INI-dateien unzähliger software-installationen, erschien mir immer noch absolut passend für das, was ich vorhatte. so gab es also die ersten (neuen) songs, mit stefany camée hatte ich eine fantastische sängerin gefunden, das projekt hatte einen namen und ein ziel - INI war tatsächlich am start, und ich machte endlich wieder das, was vor vielen jahren meinen gesamten werdegang bestimmte. ich beschäftigte mich wieder mit eigener musik. jetzt ausgestattet mit einer langen ausbildung in sachen ton und einer infrastruktur, die ich mir besser kaum wünschen konnte.
dennoch sollte es drei jahre dauern bis die erste cd dann endlich fertig wurde.
wie ging es weiter?
2003 zog es mich dann wieder zur gitarre. ich begann, nach vielen jahren wieder täglich zu üben und dadurch auch automatisch, an songs zu arbeiten.

erst schien es mir verwegen, im alleingang mein erstes "eigenes" album zu planen, aber bei näherer betrachtung war es der einzig gangbare weg.
eine band dafür zu gewinnen, war viel zu zeitaufwendig, und ich hatte nach jahrzehntelanger teamarbeit - ehrlich gesagt - auch große lust, endlich mal kompromislos mein "ding" zu machen. dazu kam noch, dass es die technische entwicklung mittlerweile erlaubte, vieles zufriedenstellend auf einem laptop zuhause zu produzieren. Und wenn ich an grenzen stieß, stand mir ein ziemlich gut ausgestattetes tonstudio inklusive erfahrener crew zur verfügung.
das schöne an dieser egozentrischen produktionsweise ist die völlige unabhängigkeit, wobei mir die musikalische intelligenz einer guten band natürlich manchmal fehlte.
das hielt mich aber nicht davon ab, in aller bescheidenheit von einem konzept-album im stile von "jesus christ superstar" oder "dark side of the moon" zu träumen und mit den mir zur verfügung stehenden möglichkeiten in dieser richtung zu arbeiten.

wie fing das ganze an?
meine 80er und 90er waren geprägt von bandarbeit und dem aufbau eines tonstudios. anfang der neunziger löste sich die band dann auf, nicht zuletzt, weil die studioarbeit immer mehr zeit vereinnahmte und schließlich zum beruf wurde. zwar machte ich dann irgendwann selbst keine musik mehr, hatte aber täglich mit musikern zu tun, die zu uns zum aufnehmen und mischen kamen. so hatte ich in meiner mittlerweile über 20-jähriger studiozeit das glück, mit vielen künstlern in vielen stilrichtungen zu arbeiten. 2000 gab es die ersten aufnahmen für INI mit sabine härtel, die gesang und geige beisteuerte. die arbeit machte großen spaß, ließ sich aber auf dauer nicht mit dem jurastudium der sängerin vereinbaren. so schlief das ganze nach einem halben jahr wieder ein.